Altersvorsorge: Zwischen Einsicht und Realität
Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft eine Umfrage zum Thema Altersvorsorge durchgeführt. Das Ergebnis: Noch nicht einmal die Hälfte aller 25- bis 49jährigen hat eine realistische Vorstellung davon, wie sie als Rentner finanziell versorgt sein werden.
Für die Untersuchung wurden knapp 1.100 Personen im Alter zwischen 25 und 60 Jahren befragt.
Mehrheit für regelmäßige Analyse
Während 65 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass man sich regelmäßig mit der eigenen Versorgungssituation im Alter befassen sollte, ist eine Minderheit von nur 20 Prozent der Meinung, dass eine einmalige gründliche Überlegung ausreicht. Der Rest der Befragungsteilnehmer zeigt sich unentschieden.
Doch gerade die Gruppe der 25- bis 49jährigen, die noch am ehesten in der Lage ist, ihre Altersversorgung rechtzeitig in geordnete Bahnen zu bringen, hat offenbar nur eine geringe Vorstellung davon, wie viel Geld ihr im Alter zur Verfügung stehen wird.
Die Frage, ob sie schon einmal ausgerechnet hätten, über wie viel Geld sie im Alter verfügen könnten, konnten lediglich 17 Prozent der 25- bis 39jährigen mit „ja” beantworten.
Bei den 40- bis 49jährigen beträgt diese Quote 42 Prozent. Auch von vielen der 50- bis 60jährigen (57 Prozent) scheint diese Frage trotz aller Einsicht, sich regelmäßig mit seiner Altersversorgung beschäftigen zu müssen, eher verdrängt zu werden.
Weniger Rente als angenommen
Wie wichtig eine realistische Betrachtung der eigenen Situation ist, belegt die Tatsache, dass mehr als die Hälfte (54 Prozent) derjenigen, die bereits Berechnungen angestellt haben, zu dem Ergebnis gekommen sind, dass ihnen im Alter weniger Geld zur Verfügung stehen wird, als bislang angenommen.
Als Konsequenz wollen 13 Prozent später in Rente gehen als bisher geplant. 34 Prozent haben zusätzlich in ihre Altersversorgung investiert.
Eine Minderheit von fünf Prozent gab an, durch die Überprüfung positiv überrascht worden zu sein und über mehr Geld verfügen zu können als ursprünglich angenommen.
Orientierung an Ausgaben-Situation
Trotz solcher Ergebnisse halten immerhin 42 Prozent aller Befragten ihre Versorgungssituation für ausreichend. 39 Prozent sind der Meinung, noch nicht genug für ihre Altersversorgung getan zu haben. Der Rest kann diese Frage nicht wirklich beantworten.
Die Frage, was bei einer Analyse der Versorgungssituation berücksichtigt werden müsste, wird sehr unterschiedlich beurteilt. Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent hält es für sinnvoll, sich an der voraussichtlichen Ausgaben-Situation als Rentner zu orientieren. Immerhin 53 Prozent (Mehrfachnennungen möglich) möchte in die Entscheidung aber auch mit einbezogen wissen, welche Wünsche man sich im Alter gerne erfüllen will.
Während lediglich 28 Prozent der Befragten daran denken, ihre Kinder auch noch im Alter finanziell unterstützen zu wollen, halten es immerhin 40 Prozent für wichtig, das Risiko einer möglichen Pflegebedürftigkeit in ihre Planungen einzubeziehen.