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Wissen über Vorsorge fehlt

Die von den Gothaer Versicherungen initiierte und einer PR-Agentur (VersicherungsJournal 11.4.2006) durchgeführte Aktion war in zahlreichen Medien angekündigt worden, insbesondere in regionalen Zeitungen.

Auch Beamte zunehmend sensibilisiert
Weit über 2.000 Bürger versuchten, sich telefonisch Rat zu Fragen rund um die Altersvorsorge einzuholen. In den zahlreichen persönlichen Telefonaten zeigte sich, dass ein entsprechendes Problembewusstsein in vielen Bevölkerungsschichten vorhanden ist. Neben älteren Angestellten, die sich der Probleme eines späten Einstiegs in den Aufbau einer Vorsorge bewusst waren, informierten sich auch viele jüngere Personen, darunter auch etliche Beamte, die sich von ihren Arbeitgebern nicht ausreichend über die Bedarfslücken informiert fühlten. 

So half vielen schon weiter, zunächst Tipps zu Informationsquellen für eine genaue Berechnung der bisher erworbenen Versorgungsansprüche zu erhalten. Weitgehend unbekannt war, dass bei der Frage nach der Höhe einer Versorgung zunächst das Versorgungsziel im Alter ermittelt, Inflation berücksichtigt und davon ausgehend der Bedarf errechnet werden kann.

Biometrische Risiken per Sparplan absichern?
Im Bereich der privaten Vorsorge ist neben den „Klassikern” wie Renten- und Kapital-Lebensversicherung vor allem die Riester-Rente inzwischen den meisten geläufig, nicht jedoch die Basis-Rente. Viele Bürger hatten Tipps und Hinweise von ihren Banken oder aus Verbraucherzeitschriften erhalten, wonach reine Kapitalanlage-Formen besser geeignet seien. Doch das Argument des Langlebigkeitsrisikos, das hierdurch nicht absicherbar ist, überzeugte viele.

Dass bei der Produktauswahl neben der steuerlichen Vorteilhaftigkeit auch der Verwendungszweck sowie die für manchen Zweck hinderlichen Verwendungsbeschränkungen der Förderprodukte entscheidend sind, war so auch vielen nicht bekannt. Viele Anrufer hatten aufgrund ihrer Familiensituation weitere Versorgungsziele als nur das der eigenen Altersrente, so dass Hilfestellung bei der Bildung von Prioritäten nachgefragt wurde.

Flexible Tarife bevorzugt
Die im Thema der Aktion genannte Flexibilität der Altersvorsorge wurde ebenfalls häufig gewünscht. Denn Erwerbsbiografien verlaufen immer seltener vollkommen geradlinig, wie allein in manchen Gesprächen mit Selbstständigen deutlich wurde, die meist aus einer angestellten Tätigkeit und aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschieden waren. Viele hatten ihre private Vorsorge nicht über längere Zeit durchhalten können wegen schwankender Einnahmesituationen.

Häufiger bestand deshalb auch Interesse an Lösungen, bei denen relativ wenige Jahre vor dem gewünschten Ruhestandstermin durch höhere Einmalzahlungen Vorsorgekapital und damit Rentenansprüche aufgebaut werden. Zu den Lösungen

Nicht jeder hat das Glück, einen guten Vermittler zu haben
Eine traurige Erkenntnis: Trotz der hohen Zahl von Versicherungsvermittlern in Deutschland gibt es offenbar immer noch sehr viele Bürger, die keinen Zugang zu einem qualifizierten Vermittler haben. Sie suchen einen Experten? - Wir haben Sie.

Einige hatten auch schlechte Erfahrungen gemacht. Typisch scheint offenbar immer noch der Produktverkauf zu sein, bei dem nicht oder nicht ausreichend über Alternativen und schon gar nicht über den Verwendungszweck und die Versorgungsziele aufgeklärt wird. Vielmehr wurden Produkte offenbar vielfach über Steuervorteile verkauft – jedenfalls solche, die während der Ansparphase entstehen.

Quelle: Versicherungsjournal 07.06.06